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Rückschau 2026

zur Rückschau 2025

24. April 2026 – Carla Mantel und Mariska Nijhof – Piaf trifft Brel

Fotos: Jutta Lücke

Am Freitag, den 24. April 2026, war die Aula bis auf den letzten Platz besetzt, als die Sängerin Carla Mantel und die Akkordeonistin Mariska Nijhof Chansons von Edith Piaf und Jacques Brel zu Gehör brachten. Zum Start gab es mit „Au clair de la lune“, zweistimmig a capella vorgetragen, ein kurzes Überraschungsmoment für das Publikum. Doch wies das vermeintlich harmlose Kinderlied schon auf das zwielichtige Milieu und die gesellschaftlichen Aspekte hin, die in den folgenden Chansons thematisiert wurden, mit Texten in deutscher Sprache, klar artikuliert und perfekt intoniert, so dass alle inhaltlichen Feinheiten und auch ironischen Bosheiten verstanden wurden. Die Moderation vermittelte jeweils passend zu den Gesangsstücken interessante Informationen aus dem Leben der beiden berühmten Stars, die ärmliche Herkunft der Piaf, ihre Jugend im Rotlichtmilieu ebenso wie die bürgerliche Herkunft Brels. „Piaf sang immer über die Liebe“, so fasste Carla Mantel das Repertoire des „Spatz von Paris“ zusammen, während Brel in seinen Texten oft der Bourgeoisie den Spiegel vorhielt. Die Leidenschaft, mit der sich Piaf und Brel zu Weltruhm sangen, war an diesem Abend deutlich spürbar. Neben vielen Highlights ist ein Solopart von Mariska Nijhof zu erwähnen, die eine beeindruckende Eigenkomposition vortrug. Beide Künstlerinnen wurden mit lang anhaltendem Applaus und „Bravo“-Rufen belohnt, erst nach zwei Zugaben ging ein denkwürdiger Abend zuende.

19. April 2026 – Duo Jo!

Foto: Kurt Schmitz

Am Sonntag, den 19. April 2026, erlebten ca. 40 Gäste bei Kaffee/Tee und Kuchen einen amüsanten plattdeutschen Nachmittag mit dem Duo Jo!. Christine Glenewinkel, freie Kulturwissenschaftlerin und Autorin aus Bremen, las Lyrik und Prosa von Maria von Höfen. Die mehrfach ausgezeichnete Autorin verfasste ihre Texte in Südoldenburger Platt. Die Inhalte spiegeln die unerschöpfliche Vielfalt des Lebens, mal melancholisch, mal witzig, aber immer wahrhaftig. Aufgelockert wurde die Lesung durch thematisch passende Lieder auf Plattdeutsch, gemeinsam vorgetragen vom Duo Jo!: Christine Glenewinkel (Gesang) und Guido Müller (Gitarre und Ukulele). Zum Schluss gab es weitere Musik „op Plattdüütsch“, bekanntes Volksgut wie „An de Eck steiht’n Jung mit’n Tüdelband“, desweiteren maritime Hits und ins Plattdeutsche übertragene Coversongs zum Beispiel von Bobby McFerrin und Johnny Cash, jeweils mit Gelegenheit zum Mitsingen. Liedtexte lagen auf den Tischen.

11. April 2026 – ImproTheater Inflagranti

Am Samstag, den 11. April 2026: Etwa 60 Zuschauer:innen wurden Zeug:innen von Alltagsszenen („Das Tablet geht immer aus!“) und Märchen (in der magischen Höhle wurde der Diamant gesucht, der die innere Schwere durchschneidet), die Mitglieder des Improvisationstheater Inflagranti mit überraschenden Reaktionen und Wendungen auf die Bühne brachten. Chris, Janna, Jessica und Lars zeigten sich engagiert, aber unbeholfen beim Segeln und Golfen, und als die Mutter eines Schülers der 8. Klasse dem Lehrer beim Elterngespräch die Fingernägel rosa lackierte, wurden die Lachmuskeln überstrapaziert. Frank, der fünfte im Bunde, begleitete die Improvisationen am Klavier und setzte den Sturz von Wilhelm, Sepp und Veronika vom Matterhorn wirkungsvoll in Töne um. Emanuel wurde gesucht und zuletzt in einem Taxi nach Worpswede gesichtet, und bei einem ersten Date konnte man als Zuschauer:in nur hoffen, dass dieses in der Realität nicht so verlaufen würde. Am Ende wurden die Protagonist:innen nach einer Zugabe mit Dank und gebührendem Applaus für diesen kurzweiligen Abend verabschiedet. (Fotos: Jutta Lücke)

20. März 2026 – Blue Out Band

Am Freitag, den 20. März 2026, gab die Blue Out Band ihr Können in Sachen Blues, Rock und Soul zum Besten – mit jeder Menge Jazz-Feeling on top. Sie zeigte, was „Fusion“ musikalisch bedeutet, wo sich „… die Raffinesse des Jazz mit der rhythmischen Intensität des Funk und der Kraft der Rockmusik verbindet.“ (Wikipedia). Es gab eine tolle Mischung aus sowohl rockigen und sanften Stücken, die im Laufe des Abend die Stimmung im Saal lockerten und die Tanzfläche füllten. Wir hörten freche und gekonnt adaptierte Cover-Versionen u.a. von „In the Midnight Hour“ (Wilson Pickett, 1965), „Creep“ (Radiohead, 1992), „Guilty“ (Randy Newman, 1973), „Still Got the Blues“ (Gary Moore, 1990) und viele mehr. Die phonstarke Stimme von Julia Hanken überzeugte in klanglicher Qualität und Bühnenpräsenz. Die spannenden Gitarren-Soli von Wolfram Geissler erinnerten stellenweise an Santana und Jimi Hendrix. Ebenso glänzte der für den verhinderten Georg Trauernicht eingesprungene Keyboarder, Axel Meyer, mit farbenreich nuancierten Solo-Einlagen.

15. März 2026 – Big Band Walle

Foto: Kurt Schmitz

Am Sonntag, den 15. März 2026, sorgte die Big Band Walle mit fünf Saxophonen, vier Posaunen, vier Trompeten sowie Klavier, Gitarre, Bass, Schlagzeug und Gesang für ein musikalisches Highlight in der Kultur-Aula. Eine abwechslungsreiche Setlist ließ nicht nur dem Jazz, sondern auch anderen Musikgenres Raum. Das Publikum freute sich über Evergreens wie „Easy to Love“ (Cole Porter, 1934) und „Tell Me a Bedtime Story“ (Herbie Hancock, 1969) ebenso wie über „On the Street Where You Live“ aus dem Musical „My Fair Lady“ (Frederick Loewe, 1956) und „Devil In My Car“ (The B-52s, 1978) in eigenem Arrangement von Bandleader Christian Bunge. In allen Stücken brachte die Band eine außergewöhnliche Präzision bei den Einsätzen und beim Zusammenspiel aller Beteiligten zu Gehör. In Erinnerung bleiben auch die interessanten Soli, zum Beispiel das Gitarren-Solo von Rolf Tiemann in „Late In The Evening“ (Paul Simon, 1980) und die ausdrucksstarke Stimme der Sängerin Diethra Bishop.

08. März 2026 – Film: Ein Tag ohne Frauen

Am Sonntag, den 8. März 2026, dem Internationalen Frauentag, sahen etwa 40 Besucher:innen den isländisch-amerikanischen Dokumentarfilm „Ein Tag ohne Frauen“ (Originaltitel: The Day Iceland Stood Still) von Pamela Hogan und Hrafnhildur Gunnarsdóttir aus dem Jahr 2024. Bereits im Jahr 1863 sangen Arbeiter:innen das Lied „Alle Räder stehen still, wenn dein starker Arm es will“, und genau das zeigt der Film und erinnert an den großen Frauenstreik vom 24. Oktober 1975, als isländische Frauen einen „freien Tag“ ausriefen, ihre berufliche und private Arbeit niederlegten und erfolgreich für Gleichberechtigung demonstrierten. „Ein Tag ohne Frauen“ – und das Land stand still! Der 08. März eines jeden Jahres ist der Weltfrauentag, und wenigstens einmal im Jahr sollten Frauen weltweit ihre Macht erkennen und sich ihres Wertes für die Gesellschaft bewusst werden. Bei Feminismus geht es nicht um Männerfeindlichkeit, sondern um Gerechtigkeit! In diesem Sinne interessierten sich etwa 40 Besucher:innen für den gezeigten Film. Zur Erinnerung an diesen anregenden Abend erhielt jede Besucherin am Ausgang eine Rose.

01. März 2026 – Thomas Alex

Am Sonntag, den 1. März 2026, gelang es Thomas Alex in gewohnter Manier auch diesmal wieder, dem Publikum einen unbeschwerten Nachmittag bei Kaffee/Tee und leckerem Kuchen zu bereiten. Lange bedurfte es nicht, bis sich dann einige zu einem Tänzchen animiert fühlten. Wer sich nicht bewegen wollte oder konnte, genoss die Zeit bei angeregten Gesprächen mit den Tischnachbar:innen. Dieser Sonntagnachmittag war eine willkommene Abwechslung zum Alltag!

20. Februar 2026 – Disco in der Aula

Auch am 20. Februar 2026, war der tournusmäßige Disco-Abend in der Kultur-Aula gut besucht. Neben Nachbarinnen und Nachbarn aus dem Quartier Stadtleben Ellener Hof schwangen auch Gäste aus dem Ellener Feld, der Neustadt und dem Viertel, Damen wie Herren, begeistert das Tanzbein und/oder vergnügten sich bei einem leckeren Drink von der beliebten „KuBar“. Diejenigen, die zum ersten Mal an dieser Veranstaltung teilnahmen, erkundigten sich schon nach dem nächsten Termin, um dann wieder dabei zu sein. Wir freuen uns darauf, am 10. April 2026 ist es wieder soweit! (Fotos: Jutta Lücke)

14. Februar 2026 – Maskentheater Trottellumme

Am Samstag, den 14. Februar 2026, wiederholte das Maskentheater Trottellumme den Vorjahreserfolg mit einer neuen Variante von Traumwelten. Das Konzept des Bühnenstücks ohne Worte setzte viele emotionale Akzente. Vor traumhaften Fotos von Hervé Millet entwickelten die Darstellerinnen vielfältige teilsberührende, teils herzerfrischend lustige Szenen und entführten die Zuschauer*innen in der voll besetzen Aula ins Land der Träume, irreal und doch mit Wurzeln in der Wirklichkeit. Schon 2025 stieß Traumwelten I auf große Zustimmung beim Publikum. Die diesjährige Fassung Traumwelten II, mit neuen Bildern und neuen Mitwirkenden, erntete wohlverdient erneut große Begeisterung und lang anhaltenden Applaus. (Fotos: Kurt Schmitz)

08. Februar 2026 – Duo à la Carte!

Am Sonntag, den 8. Februar 2026, erfreuten sich etwa 50 Gäste an Kaffee, Tee und Kuchen in der Kulturaula und lauschten bekannten Opernklängen dargeboten vom Duo á la Carte, Hella Klußmeyer (Violine) und Thomas Birkhahn (Violoncello). Die ausgewählten Arien wurden nicht wie gewohnt von großem Orchester vorgetragen, sondern in einer Bearbeitung von Charles Dancla für Violine und Violoncello. Bekannten Melodien aus dem „Barbier von Sevilla“ und der „Zauberflöte“ folgten aus dem Belcanto-Repertoire ein Stück aus der Oper  „La sonnambula“ von Vincenzo Bellini und das Geigensolo „Meditation“ aus der Oper „Thaïs“ von J. Massenet. Nach dieser eher verhaltenen Melodie gab es Medleys aus „Don Giovanni“ und „Norma“ und weitere unvergessliche Kompositionen wie die „Habanera“ aus der Oper „Carmen“ von G. Bizet (L’amour est un oiseau rebelle). In eigenem Arrangement präsentierten die beiden Künstler die Melodie „Der Schwan“ aus dem „Karneval der Tiere“ (C. Saint-Saëns). Den Abschluss bildeten bekannte Weisen aus der deutschen Oper „Der Freischütz“. Das Publikum forderte schließlich noch eine Zugabe, den langsamen Satz aus dem Violinkonzert „Der Winter“ von A. Vivaldi, passend zur aktuellen Witterung.(Fotos: Jutta Lücke)

06. Februar 2026 – Improtheater Die Prontos

Am Freitag, den 06. Februar, bereitete das Improtheater „Die Prontos“ den Besuchern einen vergnüglichen Abend. Zur Namensgebung der Theatergruppe lassen sich die spanische und die italienische Sprache zu Rate ziehen. Am besten trifft es wohl die Übersetzung „bereit sein, etwas zu tun“. Die sieben Spielerinnen und Spieler waren sehr bereit, spontane Vorschläge für darzustellende Situationen aus dem Publikum aufzunehmen. So suchte ein Mitarbeiter des Arbeitsamtes eine Schornsteinfegerin für den Bundeskanzler, wobei die Arbeitssuchende sich als besonders qualifiziert präsentieren sollte. Der Arbeitsvermittler wusste jedoch nicht, um welchen Job es ging. Nach einem ähnlichen Muster galt es, in einem Verhör die Angeklagte der Straftat „Weitergabe von Geheimdokumenten“ zu überführen und sie zu einem Geständnis zu bewegen, wobei diese Tat der „Spionin“ selbst unbekannt war. Herausfordernd für die Akteure war auch die Aufgabe, zufällig aufgehobene Zettel mit Sätzen aus dem Publikum zu einem stimmigen Theaterstück zu verarbeiten, was sich als sehr amüsant entpuppte. Auch ein Treffen eines Herrn vom Typ Professor Dr. Dr., einem testosteronprotzenden Flegel, und einer jungen hypergestylten Frau im Bus 25 entwickelte sich wegen der vertauschten Rollen von Akteur:in und Sprecher:in zu einer köstlich witzigen Szene. Nach weiteren, auch „märchenhaften“ Improvisationen gingen die Gäste an diesem Abend lachend oder mindestens schmunzelnd nach Hause. (Fotos: Jutta Lücke)

23. Januar 2026 – Duo Schmuck

Am Freitag, den 23. Januar 2026 genossen etwa sechzig Gäste einen Abend in angenehmer Atmosphäre in der Kulturaula mit der preisgekrönten Klarinettistin Sayaka Schmuck und dem international gefragten Pianisten Nikita Volov. Die beiden spannten den musikalischen Bogen von Klassik über Tango zu Swing. Eingeleitet wurden die Darbietungen mit dem Adagio aus dem Klarinettenkonzert von Mozart. Beim Ave Maria war das Publikum gefragt: Bach oder Schubert? Am Ende spielte Sayakara Schmuck beide Variationen. Über Piazzollas Libertango ging die musikalische Reise weiter bis zu Benny Goodmans Night and Day und Sunny Side of The Street. Mit dem Solo Rhapsody in Blue von Gershwin begeisterte Nikita Volov am Klavier virtuos das Publikum. Eingeführt wurden alle Stücke mit launigen Worten von der Klarinettistin, so dass alle Zuhörer und Zuhörerinnen hingerissen waren und der Applaus am Ende eine Zugabe einforderte. Mit Wild Cat Blues von Th. Waller endete ein überaus begeisterndes Konzert.

11. Januar 2026 – Duo Rostfrei

Am Sonntag, den 11. Januar 2026, startete das neue Kultur-Aula-Jahr mit dem Duo Rostfrei. Trotz schneereichem Wetter und widrigen Verkehrsbedingungen hatten sich viele Gäste bei Kaffee/Tee und Kuchen eingefunden, um Norbert Boyer und Gerhard Meyer musikalisch in die sogenannten Goldenen Zwanziger zu begleiten. Mit Ukulele, Banjolele, Concertina und Mundharmonika sorgte das charmante Herren-Duo für lockere Stimmung und gute Laune. Von „Tanz auf dem Vulkan“ konnte zwar nicht die Rede sein, aber die Zuversicht und Lebensfreude der sogenannten „Goldenen Zwanziger“ machten sich auch in der Kultur-Aula bemerkbar. Da wurde viel geschmunzelt und gelacht über die pfiffigen und frechen Schlager und Gassenhauer, die lustigen Nonsense-Verse, die humorvollen, teils frivolen Texte. Die flotten Rhythmen der damaligen Zeit, als der Tango modern, Shimmy und Charleston „en vogue“ waren, ließen so manches Bein unter dem Tisch mitwippen. Norbert Boyer und Gerhard Meyer versäumten es dennoch nicht, zwischendurch auf die teilweise tragischen Lebensgeschichten der Komponisten und Texter hinzuweisen, von denen viele in der Nazi-Zeit verfolgt und ermordet wurden. (Foto: Kurt Schmitz)